Gebrochener fünfter Halswirbel – Sebastians Weg zurück auf zwei Skier

Sebastian ist leidenschaftlicher Bergsportler! Bis vor vier Jahren war auch sein Beruf stark mit den Bergen verbunden. Vor vier Jahren kam es bei einer Skiabfahrt nach der Arbeit auf einer Berghütte zu einem Unfall, bei dem er sich den 5. Halswirbel brach.

Diagnose: inkompletter Querschnitt. Da bei Sebastian das Rückenmark nicht vollständig durchtrennt ist, blieben Restfunktionen der Motorik erhalten – deswegen fährt er auch auf zwei Beinen Ski! Der Weg dorthin zurück war aber alles andere als einfach!

Zu Beginn konnte Sebastian nur einen Schwung in eine Richtung fahren. Bremsen und stehen bleiben ging nur durch fallen lassen. Um dabei nicht die Lust zu verlieren braucht es jede Menge Durchhaltevermögen und vor allem Willenskraft. Nach den ersten paar Versuchen auf zwei Beinen Ski zu fahren, war er entmutig und spielte mit dem Gedanken auf einen Monoski umzusteigen – also sitzend Ski zu fahren.

Während der Reha hat Sebastian bereits Kontakt zu dem Tiroler Skiclub “Snowclan” aufgenommen. Dieser Skiclub hat ihn motiviert, doch weiter zu versuchen auf zwei Skiern zu fahren. Hier bekam er Unterstützung und Anleitung, was er zu beachten hat und wie er es am besten umsetzt. Technisch funktioniert der Sport nach einem Unfall zwar gleich wie davor, es bedarf aber intensivem Training um sich körperlich darauf einzustellen.

Zu Beginn startete Sebastian auf flachen und weitläufigen Hängen und erlernte Skifahren auf eine völlig neue Art. Mit Geduld und vor allem Ausdauer! Das Hauptproblem an einem inkompletten Querschnitt sind die durch Unebenheiten ausgelösten Spasmen. Schläge am Ski verursachen eine zitternde Reaktion der Beine. Um das unter Kontrolle zu bringen konzentrierte sich Sebastian anfangs auf seitliches Rutschen, um sich an das „Flattern“ der eigenen Beine zu gewöhnen.

Vor allem die
Fliehkraft hilft
mir beim Fahren

Ganz nebenbei: Durch die eingeschränkte Mobilität kommt Sebastian auch immer wieder in Rückenlage und kämpft mit der richtigen Haltung am Ski. Eine Herausforderung die er sich- aus unserer Sicht- mit vielen anderen Skifahrern teilt!

Anders als von uns angenommen, hilft Sebastian Geschwindigkeit beim Skifahren. Lange Schwünge mit höherer Geschwindigkeit kann er deutlich besser kontrollieren. Außerdem hat er ein paar Tricks die ihm helfen die Muskelspannung zu erhöhen: Enge Skischuhe, unterschiedliche Druckpunkte zur Muskelstimulation oder er hofft einfach auf extrem kaltes Wetter – Logisch!

Permanenter Begleiter: Positives Denken! Auch wenn die Spastik in den Beinen für Sebastian eine Herausforderung darstellt, sieht er diese als Gewinn.

„Ich bin
überzeugt, dass
ich ohne Spastik
zu wenig Kraft
hätte um so
Ski zu fahren
wie ich es tue“

Gebrochener fünfter Halswirbel – Sebastians Weg zurück auf zwei Skier der optimalen Abstimmung arbeitet Sebastian permanent. Überraschender Weise kommt er mit längeren und schweren Skiern besser zurecht, da diese ruhiger laufen und ihm bei schlechten Pistenverhältnissen unterstützen. Gegen die Rücklage helfen Keile in den Skischuhen enorm und für weitere Stabilität testet er derzeit Knieorthesen aus England. Ganz normaler Skialltag eben!

Wir danken Sebastian für diesen Einblick in den Skialltag eines leidenschaftlichen Bergsportlers!

Hast du Fragen oder selbst Erfahrungen in dem Bereich? Dann schreib uns doch einen Kommentar!

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